Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV)

Gebärmutterhalskrebs, Genitalwarzen

Von allen bekannten humanen Papillomaviren (HP-Viren) sind die Typen 6, 11, 16 und 18 insgesamt verantwortlich für ca. 90% der Gebärmutterhalskrebse (Zervixkarzinome). Ferner verursachen diese Viren hochgradige Dysplasien der Zervix und Vulva (Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses bzw. der Scheide) und äußere Genitalwarzen (Condylomata acuminata).

Mit dem Impfstoff GARDASIL® der Firma Sanofi Pasteur können die eingangs aufgelisteten Erkrankungen wirkungsvoll verhindert werden. Er stellt somit die erste Impfung gegen eine bestimmte Krebsform dar. Im Jahre 2008 hat dann der zweite Impfstoff (Cervarix® der Firma GlaxoSmithKline) die Zulassung in Deutschland erhalten.

Beachten Sie bitte: Eine Impfung kann nie zu 100% wirken, unter anderem deshalb weil nicht gegen alle HPV-Typen geimpft werden kann. Deshalb sind die Routineuntersuchungen durch den Frauenarzt u.a. zur Gebärmutterhals-Krebsvorsorge auf jeden Fall weiter notwendig.

Die Impfung erfolgt zu drei festgelegten Impfterminen innerhalb von 12 Monaten in das Unterhautfettgewebe, wie auch z.B. die Impfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus). Ob eine Auffrischimpung erforderlich ist, ist z.Z. noch nicht bekannt.

Das Zervixkarzinom zeigt seinen Altersgipfel zwischen 45 und 55 Jahren. Die Krebsvorstufen können jedoch schon bei 20- bis 30-jährigen Patienten nachgewiesen werden. Deshalb wurde der Impfstoff primär auch an jungen Frauen zwischen 9 und 26 Jahren getestet. Dieser Patientengruppe kann der Impfstoff nahezu uneingeschränkt empfohlen werden.

Der optimale Zeitpunkt des Impfbeginns liegt vor dem ersten Geschlechtsverkehr, da schon beim ersten Geschlechtsverkehr prinzipiell cancerogene (krebserregende) HP-Viren übertragen werden können und die Impfung nur gegenüber HPV-Typen wirkt, gegenüber denen noch kein Kontakt besteht.

Die Impfung wird mittlerweile von fast allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie sollten deshalb im Vorfeld eine schriftliche Kostenzusage Ihrer gesetzlichen Krankenkasse einholen. Die privaten Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten komplett.